Schweden - einmal hinfahren und dann nie mehr oder: immer wieder!

Eine der schnellsten, aber auch schönen Routen vom Westen Deutschlands nach Schweden führt die E4 entlang (mit kleinen Abstechern) via Vogelfluglinie

Es führen natürlich viele Wege nach Schweden, und wir haben in mehr als 25 Jahren Skandinavien-Urlaub natürlich auch einige ausprobiert. Am bequemsten erschien uns die Fahrt über die Vogelfluglinie, weil man da, wenn man nicht gerade mittags an einem Samstag oder Sonntag in Puttgarden ankommt, ohne Vorbuchung leicht Platz auf den Fähren finden kann und sich so auch eine gewisse Unabhängigkeit bewahrt, die irgendwie zu einem Skandinavien- Urlaub dazugehört. Außerdem ist die Überfahrt mit einem "Skandinavien-Ticket" (Helsingör-Helsingborg, 5 Personen + PKW) nicht allzu teuer, und die Überfahrten dauern nur ca. 55, bzw. 20 Minuten. Wer sich natürlich gern auf dem Wasser aufhält, der kann auch eine längere Schiffstour einplanen (z.B. Kiel-Oslo), die man natürlich vorbuchen muß. Neben anderen gängigen Verkehrsmitteln (Flugzeug, Eisenbahn) gibt es auch noch den Europabus, mit dem man sehr preisgünstig bis Göteborg oder sogar Stockholm gelangen kann. Die E4 bringt einen, wenn man will, durch ganz Schweden hindurch bis "hinauf" nach Haparanda an der finnischen Grenze, aber für den, der es nicht so eilig hat, bieten sich natürlich ein

Am Vätternsee (Ostufer)

paar lohnenswerte Alternativstrecken. So kann man schon in Helsingborg auf die E6 (Richtung Göteborg und Norwegen) fahren und dann in Halmstad über die Reichsstr. 25 und 40 bis Jönköping, wo man dann nicht nur die E4 wieder erreicht, sondern gleich vor der nächsten Alternative steht: Lohnenswert ist es, das Westufer des Vätternsees entlang über Karlsborg bis Örebro (E18) zu fahren, über die man - genauso wie über die E4 - Stockholm und die Ostküste erreicht.Vielleicht entscheidet man sich auf dieser Alternativroute aber auch dafür, sich ein bißchen am Mälaren (Schloß Gripsholm, Mariefred) aufzuhalten und Stockholm auf der Reichsstr. 55 zu umgehen und erst bei Uppsala wieder auf die E4 zu stoßen. Nördlich davon gibt es zwar immer weniger Alternativrouten - aber es gibt sie durchaus! Wie man auch immer sich entscheidet und fährt: Die Geschwindigkeitsbegrenzungen (50-90-110) sollte man auf jeden Fall einhalten, denn die Bußgelder sind ganz schön drakonisch!

In der Nähe von Örsnsköldsvik

Mossjön

Schweden ist nicht unbedingt etwas für "jedermann", und das gilt in ähnlichem Maße für Norwegen und Finnland, vor allem für die nördlichen Gebiete, in denen man durchaus einsame Fleckchen findet und vielleicht auch einmal 50 oder sogar 100 km bis zum nächsten Geschäft fahren muß, von der nächsten Disco ganz zu schweigen. Wir haben uns sagen lassen, daß einige Urlauber nach ein paar Tagen entnervt "aufgegeben" und die Rückreise angetreten haben. Andere mag neben der zweifellos vorzufindenden Einsamkeit auch das Klima/Wetter abschrecken, wenn auch die Aussagen darüber vielfach auf falschen Vorstellungen oder Gerüchten beruhen (Auf der Höhe Trondheims gibt es Erdbeerplantagen!). Und was die Kosten betrifft: Wenn man seinen Urlaub so wie die meisten Schweden gestaltet, d.h. Camping, Motel, Ferienhaus, Boot, dann ist ein Schwedenurlaub nicht teurer als einer in Deutschland und auf jeden Fall billiger als einer in der Schweiz. Die nördlichen Gebiete Schwedens, Norwegens und Finnlands dürften auf jeden Fall zu den letzten "Vildmarks"-Gebieten in Europa gehören, die eine überwältigende Natur, Ruhe und Aktivitäten (vor allem sportlicher Art, z.B. Rafting u.ä.) gleichermaßen und vor allem und vor allem Entspannung bieten. Deshalb kommen wir immer wieder hierhin zurück - genauer gesagt, seit einigen Jahren in die Gegend der nord-schwedischen Stadt Örnsköldsvik, wo uns ein Ferienhaus als Ausgangspunkt für weitere Ausflüge, vor allem nach Lappland, dient.

Skepsmaln

Barsta

bei Örnsköldsvik

Aber natürlich müssen die ziemlich genau 2000 km bis zum Zielort erst einmal "bewältigt" werden, ehe man sich an den landschaftlichen Schönheiten dieses Landes erfreuen kann.. Aber schon, wenn man schwedischen Boden betritt, was bei uns meist in Helsingborg der Fall ist, fühlt man etwas von der schwedischen "Atmosphäre", was aber natürlich auch darin begründet sein kann, daß der Urlaub vor einem liegt. Wir fahren meist abends an unserem Heimatort los und sind deshalb schon früh am Morgen in Schweden. Ab dann lassen wir uns viel Zeit - Schweden ist nicht ganz so hektisch wie Deutschland, und je weiter man in den Norden kommt, umso weniger Hektik wird man begegnen - und fahren auf dieser ersten Etappe nur bis zum Vätternsee, wo wir uns am West- oder Ostufer eine stuga mieten und uns von der Nachtfahrt ausruhen. Am nächsten Morgen geht es dann weiter in Richtung Örsnsköldsvik, und die ca. 800 km der zweiten Etappe sind schon reine Erholung, zumal der Verkehr nach Norden hin abnimmt, wenn natürlich die E4 auch nicht immer autobahnmäßig ausgebaut ist wie im Süden. Auch die Zahl der Touristen nimmt, abgesehen von einigen Nordkap-.Fahrern, sofern diese nicht ohnehin die E6 durch Norwegen benutzen, in dem Maße ab wie die Einsamkeit zunimmt. Natürlich ist die E4 in der Umgebung der größeren Städte (Uppsala, Gävle, Söderhamn, Hudiksvall und vor allem Sundsvall)

bei Örnsköldsvik

schon stark frequentiert, aber natürlich läßt sich immer eine Alter nativstrecke (vgl. o.) finden, z.B. die 272 von Sandviken bis Söderhamn). Lediglich ab Sundsvall wird es mit diesen Alternativen etwas schwieriger, will man sich nicht zu weit von der Küste entfernen. Aber das es von hier aus nur noch ca. zwei bis zweieinhalb Stunden bis zu unserem Zielort sind, ist das durchaus zu ertragen, und zudem fährt man die Höga Kusten mit der neueröffneten Höga Kusten Bro entlang, und das ist dann wirklich schon Urlaub! Auf diesem letzten Streckenteil gibt es so viele Sehenswürdigkeiten, daß dafür eine eigene Seite "herhalten" muß. Nicht versäumen wird man ohnehin, weil man sozusagen daran vorbeifährt, die Halbinsel Nordingra (Spielzeug- museum, Fischerdorf Norfällsviken), den Skuleskogen Nationalpark (Seilbahn auf den Skuleskogen, Irrgarten) bei Docksta oder die Villa Fraxinus (tropischer Pflanzengarten bei Salsaker). Aber auch eine Rundfahrt durch das Ullangerfjäll oder ein Ausflug auf die Insel Ulvön (auch bei den Schweden beliebt, z.B. ab Köpmanholmen) sind wirklich lohnenswert. Auf weitere touristische Sehenswürdikgeiten entlang der Strecke wird durch braune Schilder entlang der Route hingewiesen, wenn man Medelpad und Angermanland, wie die Landschaften hier heißen, durchfährt. Am Abend des zweiten Tages treffen wir für gewöhnlich an unserem Urlaubsort ein. Und dann heißt es: entspannen und die Landschaft auf sich einwirken lassen!